RPi-Jukebox-RFID 2.8.0: GefährlicheStored-XSS-Lücke (CVE ausstehend)
Sicherheitsforscher entdecken eine kritische Stored-XSS-Schwachstelle in RPi-Jukebox-RFID 2.8.0. Angreifer können über manipulierte RFID-Tags Schadcode einschleusen.
Stored-XSS-Schwachstelle in RPi-Jukebox-RFID 2.8.0 entdeckt
Sicherheitsforscher haben eine Stored Cross-Site-Scripting (XSS)-Schwachstelle in RPi-Jukebox-RFID Version 2.8.0 identifiziert, einer beliebten Open-Source-Jukebox-Lösung für Raspberry Pi. Die Lücke ermöglicht es Angreifern, über speziell präparierte RFID-Tags bösartige Skripte einzuschleusen, die anschließend bei Zugriff durch andere Nutzer ausgeführt werden.
Technische Details
Die Schwachstelle (derzeit ohne CVE-ID) resultiert aus unzureichender Eingabebereinigung in der RFID-Tag-Verarbeitungsfunktion. Wenn ein Nutzer ein manipuliertes RFID-Tag scannt, wird die Payload in der Datenbank der Anwendung gespeichert und später im Webinterface ohne ausreichende Maskierung gerendert. Dies ermöglicht die Ausführung beliebigen JavaScripts im Kontext der Browsersitzung des Opfers.
Wichtige technische Aspekte:
- Betroffene Komponente: RFID-Tag-Verarbeitungsmodul
- Angriffsvektor: Manipulierte RFID-Tags mit eingebettetem JavaScript
- Auswirkung: Session-Hijacking, Diebstahl von Anmeldedaten oder unautorisierte Aktionen
- Exploit-Voraussetzungen: Physischer oder remote Zugriff auf das RFID-Tag-Eingabesystem
Auswirkungsanalyse
Die Stored-XSS-Schwachstelle birgt erhebliche Risiken für RPi-Jukebox-RFID-Installationen, insbesondere in geteilten oder öffentlichen Umgebungen wie:
- Bildungseinrichtungen, die das System für Medienwiedergabe nutzen
- Gemeindezentren oder Bibliotheken mit öffentlichen Jukebox-Setups
- IoT-Enthusiasten, die die Software in Heimautomatisierungsumgebungen betreiben
Eine erfolgreiche Ausnutzung könnte zu folgenden Konsequenzen führen:
- Session-Hijacking durch gestohlene Cookies oder Tokens
- Phishing-Angriffe über gefälschte Anmeldemasken
- Privilegienerweiterung, falls administrative Funktionen exponiert sind
- Laterale Bewegung in vernetzten Umgebungen
Empfehlungen
Sicherheitsteams und Administratoren sollten folgende Maßnahmen ergreifen:
- Patches anwenden: Den RPi-Jukebox-RFID GitHub-Repository auf offizielle Fixes überwachen. Derzeit ist kein Patch verfügbar.
- Eingabevalidierung: Strenge Eingabebereinigung für alle RFID-Tag-Daten vor der Verarbeitung oder Speicherung implementieren.
- Content Security Policy (CSP): CSP-Header einsetzen, um die Auswirkungen von XSS durch Einschränkung der Skriptausführungsquellen zu mindern.
- Netzwerksegmentierung: RPi-Jukebox-RFID-Instanzen von kritischen internen Netzwerken isolieren, um laterale Bewegungen einzuschränken.
- Nutzeraufklärung: Nutzer schulen, verdächtige Aktivitäten wie unerwartete Pop-ups oder Anmeldeaufforderungen zu erkennen.
Für eine detaillierte technische Analyse siehe die ursprüngliche Exploit-Offenlegung auf Exploit-DB.
Diese Schwachstelle unterstreicht die Bedeutung sicherer Codierungspraktiken in IoT- und Embedded-Systemen, wo sich physische und digitale Angriffsflächen häufig überschneiden.