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Offengelegte API-Schlüssel und Tokens: Die versteckte Gefahr in Cloud-Sicherheitsverletzungen

3 Min. LesezeitQuelle: BleepingComputer

Erfahren Sie, wie geleakte nicht-menschliche Identitäten (NHIs) wie API-Schlüssel und Tokens Cloud-Umgebungen gefährden und wie Unternehmen sich schützen können.

Geleakte nicht-menschliche Identitäten befeuern Cloud-Sicherheitsverletzungen

Geleakte nicht-menschliche Identitäten – wie API-Schlüssel, Tokens und Dienstkonten-Anmeldedaten – entwickeln sich zu einem kritischen Einfallstor für Sicherheitsverletzungen in Cloud-Umgebungen. Dies geht aus Untersuchungen des Threat-Exposure-Management-Unternehmens Flare hervor. Diese offengelegten Maschinen-Anmeldedaten ermöglichen Angreifern einen persistenten, langfristigen Zugriff auf Unternehmenssysteme, der oft über längere Zeiträume unentdeckt bleibt.

Technische Details: Wie nicht-menschliche Identitäten ausnutzbar werden

Nicht-menschliche Identitäten (NHIs) sind digitale Anmeldedaten, die von Anwendungen, Diensten und automatisierten Prozessen genutzt werden – nicht von menschlichen Benutzern. Häufige Beispiele sind:

  • API-Schlüssel (z. B. für Cloud-Dienste wie AWS, Azure oder Google Cloud)
  • OAuth-Tokens (für delegierte Authentifizierung)
  • Dienstkonten-Anmeldedaten (für automatisierte Workflows)
  • CI/CD-Pipeline-Secrets (z. B. GitHub Actions-Tokens, Docker Hub-Anmeldedaten)

Flare’s Forschung zeigt, dass diese Anmeldedaten häufig durch folgende Kanäle geleakt werden:

  • Öffentliche Code-Repositories (z. B. GitHub, GitLab)
  • Fehlkonfigurierter Cloud-Speicher (z. B. AWS S3-Buckets, Azure Blob Storage)
  • Offengelegte CI/CD-Logs (z. B. Jenkins, GitHub Actions)
  • Hardcodierte Secrets in Skripten oder Konfigurationsdateien

Sobald sie offengelegt sind, können Angreifer diese Anmeldedaten nutzen, um:

  • Seitwärtsbewegungen in Cloud-Umgebungen durchzuführen
  • Sensible Daten zu exfiltrieren (z. B. Datenbanken, geistiges Eigentum)
  • Malware oder Ransomware einzusetzen (z. B. über kompromittierte CI/CD-Pipelines)
  • Persistenz zu wahren, indem Backdoors oder zusätzliche Anmeldedaten erstellt werden

Auswirkungsanalyse: Warum diese Bedrohung wächst

Die Zunahme von cloud-nativen Architekturen und DevOps-Praktiken hat zu einer Verbreitung von NHIs geführt, die oft mit weniger Kontrolle verwaltet werden als menschliche Anmeldedaten. Zu den wichtigsten Risiken gehören:

  1. Langfristiger unentdeckter Zugriff – Im Gegensatz zu menschlichen Anmeldedaten, die möglicherweise rotiert oder widerrufen werden, sind NHIs oft statisch und werden in Sicherheitsaudits übersehen.
  2. Lieferkettenangriffe – Kompromittierte NHIs können genutzt werden, um Drittanbieter oder Open-Source-Abhängigkeiten zu infiltrieren.
  3. Verstöße gegen regulatorische und Compliance-Vorgaben – Unautorisierter Zugriff über geleakte NHIs kann gegen Rahmenwerke wie DSGVO, HIPAA oder SOC 2 verstoßen.
  4. Finanzielle und reputative Schäden – Sicherheitsverletzungen mit NHIs können zu kostspieligen Vorfällen führen, wie beim Uber-Hack 2022, bei dem Angreifer ein geleaktes PowerShell-Skript mit hardcodierten Anmeldedaten nutzten, um Zugriff zu erlangen.

Empfehlungen für Sicherheitsteams

Um die mit offengelegten NHIs verbundenen Risiken zu mindern, empfiehlt Flare folgende Maßnahmen:

  1. Kontinuierliche Überwachung auf offengelegte Anmeldedaten

    • Automatisierte Tools einsetzen, um öffentliche Repositories, Cloud-Speicher und CI/CD-Logs auf geleakte Secrets zu scannen.
    • Dienste wie GitHub Secret Scanning, AWS Secrets Manager oder Drittanbieter-Lösungen (z. B. Flare, GitGuardian) nutzen.
  2. Durchsetzung des Prinzips der geringsten Privilegien für NHIs

    • Berechtigungen für API-Schlüssel und Dienstkonten auf das für ihre Funktion erforderliche Minimum beschränken.
    • Just-in-Time (JIT)-Zugriff für temporäre Berechtigungserhöhungen implementieren.
  3. Rotation und Widerruf kompromittierter Anmeldedaten

    • Automatisierte Rotation von Anmeldedaten (z. B. mit HashiCorp Vault oder AWS Secrets Manager).
    • Offengelegte Anmeldedaten sofort nach der Erkennung widerrufen und ersetzen.
  4. Implementierung von Best Practices für Secrets-Management

    • Vermeidung von Hardcoding von Secrets in Quellcode oder Konfigurationsdateien.
    • Nutzung von Umgebungsvariablen oder sicheren Secrets-Managern zur Speicherung.
    • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für menschliche Konten mit Zugriff auf NHIs erzwingen.
  5. Schulung von Entwicklern und DevOps-Teams

    • Teams in sicheren Codierungspraktiken und den Risiken offengelegter NHIs schulen.
    • Regelmäßige Sicherheitsaudits von CI/CD-Pipelines und Cloud-Konfigurationen durchführen.

Fazit

Mit der Beschleunigung der Cloud-Einführung wird die Bedrohung durch geleakte nicht-menschliche Identitäten weiter zunehmen. Sicherheitsteams müssen die Erkennung, Überwachung und sichere Verwaltung von NHIs priorisieren, um zu verhindern, dass sie zu einem Einfallstor für Angreifer werden. Proaktive Maßnahmen – wie automatisiertes Scannen, die Durchsetzung des Prinzips der geringsten Privilegien und Secrets-Management – sind entscheidend, um die Exposition zu reduzieren und Sicherheitsverletzungen zu verhindern.

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