CERT-Hinweise

Kritische Out-of-Bounds-Read-Schwachstelle in Siemens Solid Edge (CVE-2026-0001)

3 Min. LesezeitQuelle: CISA Cybersecurity Advisories

CISA warnt vor einer kritischen Schwachstelle in Siemens Solid Edge (CVE-2026-0001), die durch manipulierte IGS-Dateien ausgenutzt werden kann. Erfahren Sie, wie Sie Systeme schützen.

Siemens Solid Edge: Kritische Schwachstelle ermöglicht Angriffe durch manipulierte Dateien

Die US-amerikanische Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) hat eine kritische Sicherheitslücke in Siemens Solid Edge, einer weit verbreiteten Computer-Aided-Design (CAD)-Software, veröffentlicht. Die Schwachstelle mit der Bezeichnung CVE-2026-0001 beruht auf einem Out-of-Bounds-Read-Fehler im PS/IGES Parasolid Translator Component, der bei der Verarbeitung von Dateien im IGS-Format ausgenutzt werden kann.

Technische Details

  • CVE-ID: CVE-2026-0001
  • Betroffene Komponente: PS/IGES Parasolid Translator (für die Parsing von IGS-Dateien)
  • Schwachstellentyp: Out-of-Bounds Read
  • Angriffsvektor: Manipulierte IGS-Dateien, verbreitet über Phishing oder File-Sharing
  • Auswirkung: Mögliche Ausführung von beliebigem Code oder Absturz der Anwendung bei Öffnen einer präparierten Datei

Die Schwachstelle tritt auf, wenn Solid Edge speziell manipulierte IGS-Dateien verarbeitet, wodurch Angreifer Speicherkorruption auslösen können. Obwohl der genaue Exploit-Mechanismus in CISAs Advisory nicht detailliert beschrieben wird, können Out-of-Bounds-Read-Fehler häufig zu Informationspreisgabe, Codeausführung oder Denial-of-Service (DoS)-Zuständen führen, wenn sie erfolgreich ausgenutzt werden.

Auswirkungsanalyse

Organisationen, die Siemens Solid Edge für industrielle Design-, Fertigungs- oder Ingenieursprozesse nutzen, sind gefährdet. Ein Angreifer könnte:

  • Manipulierte IGS-Dateien über Phishing-E-Mails, kompromittierte File-Sharing-Plattformen oder Supply-Chain-Angriffe verbreiten.
  • Die Schwachstelle ausnutzen, um beliebigen Code im Kontext der betroffenen Anwendung auszuführen und so unbefugten Zugriff auf sensible Designdaten zu erlangen.
  • Betriebsabläufe stören, indem die Anwendung zum Absturz gebracht wird, was zu Produktivitätsverlusten in CAD-abhängigen Umgebungen führt.

Da die Software häufig in Industrial-Control-Systemen (ICS) und Operational-Technology (OT)-Umgebungen eingesetzt wird, könnte diese Schwachstelle kaskadierende Auswirkungen auf kritische Infrastrukturbereiche haben.

Empfehlungen für Sicherheitsteams

  1. Siemens-Patch anwenden: Siemens hat Updates veröffentlicht, die diese Schwachstelle beheben. Organisationen sollten:

  2. Dateihandhabung einschränken:

    • Die Nutzung von IGS-Dateien aus nicht vertrauenswürdigen Quellen einschränken.
    • Sandboxing oder Application Whitelisting implementieren, um die Ausführung von Solid Edge in Hochrisiko-Umgebungen zu beschränken.
  3. Schulung zur Sensibilisierung der Nutzer:

    • Mitarbeiter über die Risiken beim Öffnen unerwarteter CAD-Dateien aufklären, selbst wenn diese von scheinbar legitimen Quellen stammen.
    • Phishing-resistente Authentifizierung (z. B. Multi-Faktor-Authentifizierung, MFA) betonen, um das Risiko von Credential-Diebstahl zu verringern, der Datei-basierte Angriffe ermöglicht.
  4. Überwachung auf Exploit-Versuche:

    • Endpoint Detection and Response (EDR)-Lösungen einsetzen, um anomalen Verhalten in Solid-Edge-Prozessen zu erkennen.
    • Protokolle auf unerwartete Abstürze oder Dateizugriffsmuster überprüfen, die auf Exploit-Versuche hindeuten könnten.
  5. Netzwerksegmentierung:

    • Systeme, auf denen Solid Edge läuft, von kritischen OT-Netzwerken isolieren, um laterale Bewegungen im Falle einer Kompromittierung zu begrenzen.

CISAs Advisory (ICSA-26-043-05) enthält weitere technische Details und sollte von Sicherheitsteams, die Siemens Solid Edge einsetzen, eingesehen werden.

Für aktuelle Informationen beachten Sie die Seiten von Siemens ProductCERT und CISAs ICS Advisories.

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