Schwere Dateiparsing-Schwachstellen in Siemens NX ermöglichen Remote-Code-Ausführung (CVE-2026-XXXXX)
CISA warnt vor kritischen Sicherheitslücken in Siemens NX, die durch manipulierte CGM-Dateien Remote-Code-Ausführung ermöglichen. Erfahren Sie, wie Sie Systeme schützen.
Sicherheitslücken in Siemens NX ermöglichen Remote-Code-Ausführung durch manipulierte CGM-Dateien
Die US-amerikanische Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) hat mehrere kritische Schwachstellen im Dateiparsing der Siemens NX-Software aufgedeckt, einer führenden Lösung für Computer-Aided Design (CAD) und Product Lifecycle Management (PLM). Diese Sicherheitslücken, unter der Kennung ICSA-26-043-08 geführt, könnten Angreifern ermöglichen, durch das Öffnen speziell präparierter CGM-Dateien (Computer Graphics Metafile) beliebigen Code auszuführen oder die Anwendung zum Absturz zu bringen.
Technische Details
Die Schwachstellen resultieren aus einer unzureichenden Input-Validierung im CGM-Dateiparser von Siemens NX. Beim Öffnen einer manipulierten CGM-Datei kann die Anwendung:
- Abstürzen, verursacht durch Speicherkorruption oder Pufferüberläufe (Buffer Overflows).
- Beliebigen Code mit den Rechten des betroffenen Benutzers ausführen, was potenziell zur vollständigen Kompromittierung des Systems führen kann.
CISAs Sicherheitshinweis verweist auf ein Common Security Advisory Framework (CSAF)-Dokument, das strukturierte Details zu den Schwachstellen enthält (verfügbar hier). Obwohl in der öffentlichen Warnung noch keine spezifischen CVE-IDs vergeben wurden, wird Siemens voraussichtlich Patches sowie weitere technische Anleitungen veröffentlichen.
Risikoanalyse
Die Schwachstellen stellen ein erhebliches Risiko für Organisationen dar, die Siemens NX einsetzen, insbesondere in:
- Fertigungs- und Ingenieursbranchen, wo NX weit verbreitet für 3D-Modellierung und Simulation genutzt wird.
- Kritischen Infrastrukturbereichen, in denen CAD-Software für Design- und Wartungsprozesse essenziell ist.
Ein erfolgreicher Exploit könnte folgende Folgen haben:
- Datendiebstahl (z. B. geistiges Eigentum, sensible Designdateien).
- Betriebliche Störungen (z. B. Produktionsstillstand durch Systemabstürze).
- Laterale Bewegung im Netzwerk, falls der kompromittierte Benutzer über erhöhte Berechtigungen verfügt.
Empfehlungen zur Risikominderung
CISA und Siemens raten betroffenen Organisationen dringend zu folgenden Maßnahmen:
- Patches umgehend anwenden: Überwachen Sie die Veröffentlichungen von Siemens’ ProductCERT und installieren Sie Updates sofort nach deren Verfügbarkeit.
- Dateihandhabung einschränken: Konfigurieren Sie Siemens NX so, dass CGM-Dateien aus unbekannten Quellen blockiert oder in einer Sandbox-Umgebung geöffnet werden, bis Patches eingespielt sind.
- Schulung der Mitarbeiter: Sensibilisieren Sie Anwender für die Risiken beim Öffnen unerwarteter oder verdächtiger CAD-Dateien – selbst aus vermeintlich vertrauenswürdigen Quellen.
- Netzwerksegmentierung: Isolieren Sie Systeme mit Siemens NX von kritischen Netzwerksegmenten, um laterale Bewegungen einzuschränken.
- Überwachung auf Exploits: Setzen Sie Endpoint Detection and Response (EDR)-Lösungen ein, um ungewöhnliches Verhalten wie unerwartete Abstürze oder unautorisierte Prozessausführungen zu erkennen.
Weitere Informationen finden Sie im offiziellen CISA-Advisory.
Update: Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald Siemens CVE-IDs und weitere technische Details veröffentlicht.