APT41-nahe Amaranth Dragon nutzt WinRAR-CVE-2025-8088 in Spionagekampagne
Die mit APT41 verbundene Cyberspionagegruppe Amaranth Dragon nutzt die kritische WinRAR-Schwachstelle CVE-2025-8088 für gezielte Angriffe auf Behörden und Strafverfolgungsbehörden. Erfahren Sie, wie Sie sich schützen können.
APT41-nahe Bedrohungsakteure nutzen WinRAR Zero-Day in gezielter Spionage
Eine neu identifizierte Cyberspionagegruppe, Amaranth Dragon, mit Verbindungen zur chinesischen staatlich unterstützten APT41, hat die kritische Schwachstelle CVE-2025-8088 in WinRAR ausgenutzt, um gezielte Angriffe auf Regierungs- und Strafverfolgungsbehörden durchzuführen. Die Sicherheitslücke, die weiterhin aktiv ausgenutzt wird, ermöglicht es Angreifern, beliebigen Code auf verwundbaren Systemen auszuführen.
Technische Details zu CVE-2025-8088
CVE-2025-8088 ist eine Schwachstelle zur Remotecodeausführung (RCE), die WinRAR-Versionen vor 7.0.1 betrifft – ein weit verbreitetes Tool zur Dateikomprimierung. Die Lücke resultiert aus einem fehlerhaften Pfadüberquerungsproblem (Path Traversal) in WinRARs Verarbeitung speziell präparierter Archivdateien. Dadurch können Angreifer schädliche Payloads in sensible Systemverzeichnisse wie den Windows-Startordner einschleusen.
Nach erfolgreicher Ausnutzung ermöglicht die Schwachstelle den Angreifern:
- Beliebige Befehle mit Benutzerrechten auszuführen
- Zusätzliche Malware für Persistenz und laterale Bewegung einzusetzen
- Sensible Daten von kompromittierten Systemen zu exfiltrieren
Sicherheitsforscher weisen darauf hin, dass die Angriffskette Phishing-E-Mails mit manipulierten Archiven nutzt, die beim Öffnen die Schwachstelle ohne weitere Benutzerinteraktion auslösen.
Auswirkungen und Zuordnung
Die Kampagne von Amaranth Dragon entspricht den historischen Angriffsmustern von APT41 und zielt auf Regierungs-, Verteidigungs- und Strafverfolgungsbehörden in Südostasien und Nordamerika ab. Obwohl die Zuordnung schwierig bleibt, deuten überlappende Taktiken, Techniken und Verfahren (TTPs) – darunter der Einsatz maßgeschneiderter Malware-Familien und die Wiederverwendung von Infrastruktur – stark auf eine Verbindung zur chinesischen Advanced Persistent Threat (APT)-Gruppe hin.
Die Ausnutzung von CVE-2025-8088 unterstreicht den zunehmenden Trend staatlich unterstützter Akteure, weit verbreitete Software zu weaponisieren, um traditionelle Sicherheitskontrollen zu umgehen. Angesichts der über 500 Millionen Nutzer von WinRAR stellt die Schwachstelle ein erhebliches Risiko für Organisationen dar, die auf das Tool zur Dateikomprimierung und -extraktion angewiesen sind.
Maßnahmen zur Risikominderung und Empfehlungen
Sicherheitsteams werden aufgefordert, umgehend Maßnahmen zur Eindämmung der mit CVE-2025-8088 verbundenen Risiken zu ergreifen:
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Patch-Management
- Aktualisieren Sie auf WinRAR 7.0.1 oder neuer, um die Schwachstelle zu beheben.
- Setzen Sie automatisierte Patch-Management-Tools ein, um zeitnahe Updates auf allen Endpunkten sicherzustellen.
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E-Mail-Sicherheit
- Blockieren oder unter Quarantäne stellen Sie Archivdateien (.RAR, .ZIP) aus nicht vertrauenswürdigen Quellen.
- Implementieren Sie Sandboxing-Lösungen, um verdächtige Anhänge vor der Zustellung zu analysieren.
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Endpoint-Schutz
- Erzwingen Sie Anwendungswhitelisting, um die unautorisierte Ausführung von WinRAR oder anderen Archivierungstools zu verhindern.
- Überwachen Sie ungewöhnliche Prozessaktivitäten, insbesondere im Startordner oder anderen Autostart-Pfaden.
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Threat Hunting
- Suchen Sie nach Indikatoren für Kompromittierung (IOCs), die mit Amaranth Dragon in Verbindung stehen, darunter:
- Manipulierte Archivdateien mit anomalen Strukturen
- Ungewöhnliche Netzwerkverbindungen zu bekannten APT41-Command-and-Control (C2)-Servern
- Persistenzmechanismen in Registrierungsschlüsseln oder geplanten Aufgaben
- Suchen Sie nach Indikatoren für Kompromittierung (IOCs), die mit Amaranth Dragon in Verbindung stehen, darunter:
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Benutzersensibilisierung
- Führen Sie Phishing-Simulationen durch, um Mitarbeiter im Erkennen schädlicher Anhänge zu schulen.
- Betonen Sie die Risiken beim Öffnen unerwünschter Archive, selbst von scheinbar legitimen Quellen.
Fazit
Die Ausnutzung von CVE-2025-8088 durch Amaranth Dragon unterstreicht die dringende Notwendigkeit proaktiven Schwachstellenmanagements in Hochrisikobereichen. Organisationen müssen Patch-Hygiene, E-Mail-Sicherheit und Endpunktüberwachung priorisieren, um sich gegen ausgeklügelte Cyberspionagekampagnen zu verteidigen. Da staatlich unterstützte Bedrohungsakteure ihre Taktiken kontinuierlich verfeinern, sollten Sicherheitsteams wachsam gegenüber neuen Zero-Days in weit verbreiteter Software bleiben.
Weitere Details finden Sie im Originalbericht von BleepingComputer.