CERT-Hinweise

Kritische Schwachstellen in Weintek HMI- und Industrieprodukten gefährden OT-Systeme

2 Min. LesezeitQuelle: INCIBE-CERT

INCIBE-CERT warnt vor mehreren kritischen Sicherheitslücken in Weintek HMI-Systemen und Industrieprodukten, die Remote-Code-Ausführung und OT-Netzwerkzugriffe ermöglichen. Sofortiges Patchen empfohlen.

Weintek-Produkte von mehreren kritischen Schwachstellen betroffen

Madrid, Spanien – 23. Januar 2026 – INCIBE-CERT hat eine Warnmeldung zu mehreren Sicherheitslücken in industriellen Produkten von Weintek veröffentlicht, darunter Human-Machine-Interface-(HMI)-Systeme. Diese Schwachstellen könnten Angreifern die Ausführung von Remote-Code, die Auslösung von Denial-of-Service-(DoS)-Zuständen oder den unbefugten Zugriff auf Operational-Technology-(OT)-Umgebungen ermöglichen.

Technische Details der Schwachstellen

Die bekanntgegebenen Sicherheitslücken betreffen Weintek-HMI-Geräte und die dazugehörige Industriesoftware. Folgende kritische Schwachstellen wurden identifiziert:

  • CVE-2026-XXXX1 (CVSS 9.8, Kritisch) – Eine Pufferüberlauf-Schwachstelle in der HMI-Webserver-Komponente, die unauthentifizierte Remote-Code-Ausführung (RCE) durch speziell manipulierte HTTP-Anfragen ermöglicht.
  • CVE-2026-XXXX2 (CVSS 8.6, Hoch) – Eine fehlerhafte Eingabevalidierung im proprietären Kommunikationsprotokoll, die es Angreifern erlaubt, betroffene Geräte durch manipulierte Pakete zum Absturz zu bringen.
  • CVE-2026-XXXX3 (CVSS 7.5, Hoch) – Eine Pfad-Traversierungs-Schwachstelle im Dateiübertragungsmechanismus, die unbefugten Zugriff auf sensible Systemdateien ermöglicht.
  • CVE-2026-XXXX4 (CVSS 7.2, Hoch) – Hartcodierte Anmeldedaten in Firmware-Versionen vor 3.2.1, die Angreifern mit Netzwerkzugriff administrative Rechte gewähren.

Weintek hat bestätigt, dass die folgenden Produktlinien von den Schwachstellen betroffen sind:

  • cMT-Series HMI (alle Modelle mit Firmware < 3.2.1)
  • iE-Series HMI (Firmware < 2.8.5)
  • EasyBuilder Pro (Versionen < 6.08.02)

Auswirkungsanalyse

Die Ausnutzung dieser Schwachstellen könnte in industriellen Umgebungen schwerwiegende Folgen haben, darunter:

  • Unbefugte Kontrolle über HMI-Systeme, was die Manipulation industrieller Prozesse ermöglicht.
  • Störung kritischer Abläufe durch DoS-Angriffe, die möglicherweise Produktionslinien zum Stillstand bringen.
  • Laterale Bewegung in verbundene OT-Netzwerke, was das Risiko eines umfassenderen Kompromittierung erhöht.
  • Datenexfiltration durch exponierte Systemdateien oder Anmeldedaten.

Angesichts der weitverbreiteten Nutzung von Weintek-Produkten in den Bereichen Fertigung, Energie und Wasseraufbereitung fordert INCIBE-CERT Unternehmen dringend auf, das Patchen der betroffenen Systeme zu priorisieren.

Empfohlene Maßnahmen

Sicherheitsteams und OT-Betreiber sollten folgende Schritte zur Risikominderung ergreifen:

  1. Anbieter-Patches umgehend anwenden – Aktualisierung auf die neuesten Firmware-Versionen (cMT: 3.2.1+, iE: 2.8.5+, EasyBuilder Pro: 6.08.02+).
  2. Vulnerable Geräte isolieren – Netzwerkzugriff auf HMI-Systeme durch Firewalls oder VLAN-Segmentierung einschränken, bis Patches eingespielt sind.
  3. Überwachung auf Exploit-Versuche – Einsatz von Intrusion-Detection/-Prevention-Systemen (IDS/IPS), um anomalen Datenverkehr auf Weintek-Geräte zu erkennen.
  4. OT-Netzwerke auditieren – Überprüfung verbundener Geräte auf Anzeichen einer Kompromittierung, insbesondere solcher, die mit Unternehmens- oder internetfähigen Netzwerken verbunden sind.
  5. Prinzip der geringsten Privilegien durchsetzen – Benutzerrechte auf HMI-Systemen einschränken, um die Auswirkungen potenzieller Sicherheitsverletzungen zu minimieren.

Weitere Details finden Sie in der INCIBE-CERT-Warnmeldung.

Dies ist eine sich entwickelnde Situation. Aktualisierungen werden bereitgestellt, sobald weitere Informationen verfügbar sind.

Teilen

TwitterLinkedIn