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KI-Workflow-Sicherheit überholt Modellschutz als größtes Risiko für Unternehmen

3 Min. LesezeitQuelle: The Hacker News

KI-Workflows werden zum primären Angriffsziel – während Unternehmen Modelle schützen, nutzen Cyberkriminelle Schwachstellen in Prozessen und Integrationen.

KI-Workflow-Sicherheit wird zur kritischen Schwachstelle in der Unternehmensadoption

Während KI-gestützte Copiloten und Assistenten immer tiefer in den täglichen Geschäftsbetrieb integriert werden, konzentrieren sich Sicherheitsteams weiterhin auf den Schutz der zugrundeliegenden Modelle – und übersehen dabei eine dringendere Bedrohung. Aktuelle Vorfälle zeigen, dass die Workflow-Sicherheit, also die Prozesse und Integrationen rund um KI-Tools, zum primären Angriffvektor für Cyberkriminelle geworden ist.

Bösartige Chrome-Erweiterungen setzen über 900.000 Nutzer Datenklau aus

Ein deutlicher Beleg für diesen Wandel sind zwei betrügerische Chrome-Erweiterungen, die sich als KI-Produktivitätstools tarnten und sensible Daten aus ChatGPT- und DeepSeek-Konversationen abzogen. Die Erweiterungen, die über 900.000 Nutzer erreichten, nutzten schwache Workflow-Sicherheitskontrollen aus, um Chat-Protokolle, Anmeldedaten und proprietäre Unternehmensdaten abzugreifen. Der Angriff unterstreicht einen wachsenden Trend: Angreifer zielen auf die Mensch-KI-Interaktionsebene ab, statt auf die Modelle selbst.

Technische Analyse: Wie Workflow-Exploits traditionelle Abwehrmechanismen umgehen

Im Gegensatz zu modellzentrierten Angriffen – wie Prompt-Injection oder Data Poisoning – nutzen Workflow-Exploits folgende Schwachstellen:

  • Browser-Erweiterungs-APIs: Bösartige Erweiterungen missbrauchen Berechtigungen, um Echtzeit-Datenströme zwischen Nutzern und KI-Plattformen abzufangen.
  • Fehlende kontextbezogene Zugriffskontrollen: KI-Assistenten erben oft weitreichende Berechtigungen von Host-Anwendungen (z. B. E-Mail-Clients, IDEs), was laterale Bewegungen ermöglicht.
  • Schatten-Integrationen: Nicht genehmigte KI-Tools, die von Mitarbeitern eingesetzt werden, umgehen Unternehmenssicherheitsrichtlinien und setzen Workflows ungeprüften Drittanbieter-Risiken aus.

Der Vorfall mit den Chrome-Erweiterungen offenbart eine kritische Lücke: Sicherheitsframeworks für KI-Modelle (z. B. OWASP Top 10 für LLMs) adressieren keine Workflow-Ebene-Bedrohungen, wie:

  • Session Hijacking über kompromittierte Browsersitzungen.
  • Datenexfiltration durch scheinbar legitime API-Aufrufe.
  • Lieferkettenangriffe auf KI-Plugin-Ökosysteme.

Auswirkungsanalyse: Warum Workflow-Sicherheit jetzt Modellschutz übertrifft

Für Sicherheitsexperten erfordert der Fokus auf Workflow-Sicherheit dringendes Handeln aus folgenden Gründen:

  1. Ausmaß der Exposition: Workflow-Angriffe betreffen alle Nutzer eines KI-Tools, während Modellangriffe oft gezielte Ausnutzung erfordern.
  2. Datenempfindlichkeit: KI-Assistenten verarbeiten hochvertrauliche Daten (z. B. Code, Rechtsdokumente, Finanzberichte), was sie zu lukrativen Zielen macht.
  3. Erkennungsherausforderungen: Workflow-Exploits mischen sich in legitimen Datenverkehr ein und umgehen traditionelle Anomalieerkennungssysteme.

Empfehlungen zur Absicherung von KI-Workflows

Um diese Risiken zu mindern, sollten Unternehmen:

  • Granulare Zugriffskontrollen für KI-Integrationen implementieren und Berechtigungen nach dem Prinzip der geringsten Privilegien beschränken.
  • Erweiterungsökosysteme überwachen, z. B. mit Tools wie Google’s Extension Developer Verification, um nicht vertrauenswürdige KI-Plugins zu blockieren.
  • Echtzeit-Datenverlustprävention (DLP) einsetzen, um KI-generierte Inhalte auf sensible Datenlecks zu prüfen.
  • Zero-Trust-Architekturen für KI-Workflows einführen und jede Interaktion als potenziell kompromittiert behandeln.
  • Red-Team-Übungen durchführen, um die Widerstandsfähigkeit von Workflows gegen Session Hijacking und API-Missbrauch zu testen.

Der Weg nach vorn

Mit der Beschleunigung der KI-Adoption müssen Sicherheitsteams ihren Fokus über die Härtung von Modellen hinaus erweitern. Die Workflow-Sicherheit – einschließlich Browser-Integrationen, API-Gateways und Nutzerzugriffsebenen – stellt heute die kritischste Front im KI-Risikomanagement dar. Der Vorfall mit den Chrome-Erweiterungen dient als mahnendes Beispiel: Die schwächste Stelle in der KI-Sicherheit ist nicht das Modell – es sind die Workflows, die es speisen.

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