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UFP Technologies meldet Datenpanne nach Cyberangriff auf medizinische Systeme

3 Min. LesezeitQuelle: BleepingComputer

Der US-amerikanische Medizintechnikhersteller UFP Technologies bestätigt einen Cyberangriff mit Datendiebstahl. Erfahren Sie mehr über die Auswirkungen und Sicherheitsempfehlungen für den Gesundheitssektor.

Medizintechnikhersteller bestätigt Cyberangriff und Datendiebstahl

Der US-amerikanische Medizintechnikhersteller UFP Technologies hat einen Cybersicherheitsvorfall offengelegt, der seine IT-Systeme kompromittierte und zu einem unautorisierten Datenzugriff führte. Das Unternehmen, das sich auf maßgeschneiderte Komponenten für den medizinischen Sektor spezialisiert hat, bestätigte die Datenpanne in einer regulatorischen Meldung, ohne jedoch den vollständigen Umfang des Vorfalls oder die Art der betroffenen Daten preiszugeben.

Technische Details und Incident Response

UFP Technologies entdeckte den Cyberangriff am 26. Juni 2024 und leitete umgehend eine Untersuchung mit Unterstützung externer Cybersicherheitsexperten ein. Obwohl das Unternehmen den Angriff keinem bestimmten Bedrohungsakteur zuordnete oder technische Indicators of Compromise (IOCs) veröffentlichte, bestätigte es, dass Daten exfiltriert wurden. Die Untersuchung läuft noch, und es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass die gestohlenen Daten öffentlich geleakt oder missbraucht wurden.

Das Unternehmen hat nicht bekannt gegeben, ob der Angriff Ransomware – eine häufige Taktik bei jüngsten Vorfällen im Gesundheitssektor – beinhaltete oder ob Schwachstellen wie ungepatchte Systeme oder Phishing eine Rolle spielten. UFP Technologies hat Eindämmungsmaßnahmen ergriffen und arbeitet daran, betroffene Systeme wiederherzustellen sowie seine Sicherheitslage zu verbessern.

Auswirkungen und Branchenkontext

Die Datenpanne unterstreicht die wachsenden Cybersicherheitsrisiken für Medizintechnikhersteller, eine Branche, die aufgrund der sensiblen Natur ihrer Daten zunehmend von Bedrohungsakteuren ins Visier genommen wird. Obwohl UFP Technologies nicht spezifiziert hat, ob Patientendaten, geistiges Eigentum oder operative Systeme kompromittiert wurden, können solche Vorfälle zu folgenden Konsequenzen führen:

  • Regulatorische Prüfungen im Rahmen von Vorschriften wie HIPAA (falls geschützte Gesundheitsinformationen offengelegt wurden)
  • Lieferkettenstörungen für Gesundheitsdienstleister, die auf UFP-Produkte angewiesen sind
  • Reputationsschäden und mögliche rechtliche Haftungsrisiken

Die Medizintechnikbranche verzeichnet einen Anstieg von Cyberangriffen, wobei jüngste Vorfälle bei Change Healthcare (2024), Becton Dickinson (2023) und Medtronic (2022) Schwachstellen in diesem Sektor verdeutlichen. Die US-amerikanische FDA und CISA haben bereits Leitlinien herausgegeben, die Hersteller dazu auffordern, Cybersicherheit in der Geräteentwicklung und bei der Incident-Response-Planung zu priorisieren.

Empfehlungen für den Gesundheits- und Fertigungssektor

Sicherheitsexperten in den Bereichen Gesundheitswesen und Fertigung sollten angesichts dieses Vorfalls folgende Maßnahmen in Betracht ziehen:

  1. Überprüfung der Incident-Response-Pläne – Sicherstellen, dass schnelle Eindämmung und forensische Analysen im Falle einer Datenpanne gewährleistet sind.
  2. Verbesserte Überwachung von Datenexfiltration – Einsatz von DLP-Tools (Data Loss Prevention) und Netzwerkverkehrsanalysen, um unautorisierte Datenübertragungen zu erkennen.
  3. Bewertung von Drittanbieter-Risiken – Evaluierung der Sicherheitslage von Zulieferern und Partnern, insbesondere solcher, die sensible Daten verarbeiten.
  4. Patchen und Aktualisieren von Systemen – Priorisierung kritischer Schwachstellen, insbesondere bei veralteten medizinischen Geräten und IoT-fähigen Systemen.
  5. Durchführung von Tabletop-Übungen – Simulation von Cyberangriffsszenarien, um die Vorbereitung und Koordination der Organisation zu testen.

UFP Technologies hat erklärt, dass es weitere Updates bereitstellen wird, sobald die Untersuchung voranschreitet. Das Unternehmen hat nicht offengelegt, ob es mit Strafverfolgungsbehörden oder Aufsichtsorganen in Bezug auf den Vorfall zusammenarbeitet.

Für aktuelle Informationen zu Cybersicherheitsbedrohungen im Gesundheitswesen folgen Sie den Updates von CISA und HHS.

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