GitHub Copilot durch bösartige Issues für Repository-Übernahme ausgenutzt
Sicherheitsforscher entdecken eine neue Angriffsmethode über GitHub Copilot, die Repository-Übernahmen durch manipulierte Issues ermöglicht. Erfahren Sie, wie der Exploit funktioniert und wie Sie sich schützen.
GitHub Copilot-Schwachstelle ermöglicht Repository-Übernahme durch bösartige Issues
Sicherheitsforscher haben einen neuartigen Angriffsvektor in GitHub Copilot identifiziert, der es Bedrohungsakteuren ermöglicht, Repositories zu kompromittieren, indem sie schädliche Anweisungen in GitHub Issues einbetten. Wenn ein Entwickler einen Codespace aus einem betroffenen Issue startet, werden die Anweisungen automatisch verarbeitet, was potenziell zu einer Repository-Übernahme führen kann.
Technische Details
Der Angriff nutzt die Integration zwischen GitHub Issues und GitHub Copilot aus, insbesondere innerhalb der Codespaces-Umgebung. Bedrohungsakteure erstellen Issues mit versteckten, bösartigen Befehlen, die Copilot während der Codespace-Initialisierung ausführt. Dies könnte unbefugten Zugriff, Code-Injection oder die vollständige Kompromittierung des Repositories ermöglichen.
Wichtige technische Aspekte umfassen:
- Automatisierte Verarbeitung: Copilot analysiert den Issue-Inhalt bei der Erstellung von Codespaces und führt eingebettete Anweisungen ohne explizite Benutzerbestätigung aus.
- Keine CVE vergeben: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde dieser Schwachstelle noch keine CVE-ID zugewiesen.
- Angriffsfläche: Betrifft vor allem Repositories, in denen Maintainer oder Mitwirkende Copilot-fähige Codespaces zur Bearbeitung von Issues nutzen.
Auswirkungen
Die Schwachstelle birgt erhebliche Risiken für Entwicklungsteams:
- Repository-Kompromittierung: Angreifer könnten die Kontrolle über Quellcode, Geheimnisse oder CI/CD-Pipelines erlangen.
- Lieferkettenangriffe: In Repositories eingeschleuster Schadcode könnte sich auf nachgelagerte Abhängigkeiten ausbreiten.
- Privilegienerweiterung: Falls in Kombination mit anderen Schwachstellen ausgenutzt, könnten Angreifer ihren Zugriff auf organisationale Ressourcen ausweiten.
Empfehlungen
GitHub hat bisher keinen offiziellen Patch veröffentlicht, doch Sicherheitsexperten sollten folgende Maßnahmen ergreifen:
- GitHub Issues prüfen: Aktuelle Issues auf verdächtige oder verschleierte Anweisungen überprüfen.
- Copilot in Codespaces deaktivieren: Copilot-Integration in Codespaces vorübergehend deaktivieren, bis ein Fix bereitgestellt wird.
- Repository-Aktivität überwachen: GitHub-Audit-Logs nutzen, um unautorisierte Änderungen oder Zugriffe zu erkennen.
- Entwickler schulen: Teams über die Risiken der Ausführung nicht vertrauenswürdiger Issue-Inhalte in Codespaces aufklären.
SecurityWeek berichtete erstmals über diese Schwachstelle und betonte die Notwendigkeit einer verstärkten Prüfung von KI-gestützten Entwicklungstools in sicheren Arbeitsabläufen.