CERT-Hinweise

Kritische Schwachstelle: Remote Code Execution in Mitsubishi FREQSHIP-mini-Software

2 Min. LesezeitQuelle: INCIBE-CERT

INCIBE warnt vor einer kritischen RCE-Schwachstelle in Mitsubishi FREQSHIP-mini. Unauthentifizierte Angreifer können Code ausführen – Maßnahmen für Industrieumgebungen dringend empfohlen.

Kritische Remote-Code-Execution-Schwachstelle in Mitsubishi FREQSHIP-mini

Madrid, Spanien – 3. Februar 2026 – Das spanische Nationale Institut für Cybersicherheit (INCIBE) hat eine dringende Sicherheitswarnung zu einer kritischen Remote-Code-Execution-(RCE)-Schwachstelle in der Mitsubishi-Software FREQSHIP-mini herausgegeben. Das Tool wird zur Konfiguration und Verwaltung von Mitsubishi-Frequenzumrichtern in industriellen Umgebungen eingesetzt.

Technische Details

Aktuell sind die genauen technischen Details in der öffentlichen Warnung noch begrenzt. Die Schwachstelle (derzeit ohne zugewiesene CVE-ID) ermöglicht es nicht authentifizierten Angreifern, beliebigen Code aus der Ferne auf Systemen auszuführen, auf denen betroffene Versionen von FREQSHIP-mini laufen. Die Lücke resultiert vermutlich aus fehlerhafter Eingabevalidierung oder Speicherkorruptionsproblemen, die häufige Angriffsvektoren für RCE-Exploits in Industrial-Control-System-(ICS)-Software darstellen.

Mitsubishi-Frequenzumrichter sind in den Bereichen Fertigung, Energie und Automatisierung weit verbreitet, wo sie die Motordrehzahl und das Drehmoment in kritischen Infrastrukturen steuern. Eine erfolgreiche Ausnutzung könnte Angreifern ermöglichen, Betriebsabläufe zu stören, industrielle Prozesse zu manipulieren oder sich einen Zugang zu größeren OT-Netzwerken zu verschaffen.

Auswirkungsanalyse

Die Schwere dieser Schwachstelle wird durch mehrere Faktoren verstärkt:

  • Remote-Exploitierbarkeit: Angreifer können die Lücke ohne vorherige Authentifizierung ausnutzen, was das Risiko einer Massenausnutzung erhöht.
  • Industrieller Einsatz: FREQSHIP-mini wird in Umgebungen eingesetzt, in denen Ausfallzeiten oder Manipulationen von Frequenzumrichtern zu physischen Schäden, Sicherheitsrisiken oder Produktionsstillständen führen können.
  • Risiko lateraler Bewegung: Kompromittierte Systeme könnten als Einfallstor dienen, um in verbundene IT- oder OT-Netzwerke vorzudringen und die Angriffsfläche zu erweitern.

Empfehlungen

INCIBE und Mitsubishi fordern Organisationen, die FREQSHIP-mini einsetzen, zu sofortigen Maßnahmen auf:

  1. Patches anwenden: Mitsubishi wird voraussichtlich in Kürze ein Sicherheitsupdate veröffentlichen. Überwachen Sie die offizielle Sicherheitsplattform des Herstellers auf Updates.
  2. Netzwerksegmentierung: Isolieren Sie Systeme mit FREQSHIP-mini von Unternehmensnetzwerken und dem Internet, um die Angriffsfläche zu minimieren.
  3. Zugriffskontrollen: Beschränken Sie den Softwarezugriff auf autorisiertes Personal und setzen Sie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ein, wo möglich.
  4. Überwachung auf Exploits: Setzen Sie Intrusion-Detection/Prevention-Systeme (IDS/IPS) ein, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen, die auf FREQSHIP-mini abzielen.
  5. Incident-Response: Bereiten Sie Notfallpläne für Eindämmung und Wiederherstellung vor, einschließlich Backup-Verfahren für kritische Konfigurationen.

Sicherheitsteams sollten diese Schwachstelle priorisieren, da sie erhebliche Auswirkungen auf industrielle Abläufe haben könnte. Weitere Details, einschließlich der CVE-Zuweisung und Proof-of-Concept-(PoC)-Exploits, könnten im Zuge der laufenden Untersuchungen veröffentlicht werden.

Weitere Informationen finden Sie in der ursprünglichen INCIBE-Warnung.

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