Kritische Authentifizierungsumgehung in Moxa-Ethernet-Switches gefährdet industrielle Netzwerke
INCIBE warnt vor einer schwerwiegenden Authentifizierungsschwachstelle in Moxa-Ethernet-Switches, die industrielle Steuerungssysteme (ICS) und kritische Infrastrukturen bedroht. Sofortmaßnahmen empfohlen.
Kritische Authentifizierungsumgehung in Moxa-Ethernet-Switches entdeckt
Das Spanische Nationale Institut für Cybersicherheit (INCIBE) hat eine dringende Warnung vor einer schweren Authentifizierungsumgehungs-Schwachstelle in Moxa-Ethernet-Switches herausgegeben. Die am 4. Februar 2026 identifizierte Sicherheitslücke ermöglicht es nicht authentifizierten Angreifern aus der Ferne, unbefugten Zugriff auf betroffene Geräte zu erlangen. Dies stellt ein erhebliches Risiko für industrielle Steuerungssysteme (ICS) und kritische Infrastrukturen dar.
Technische Details der Schwachstelle
Obwohl in der ersten Warnmeldung keine spezifischen CVE-IDs genannt wurden, resultiert die Schwachstelle aus einem Fehlen angemessener Authentifizierungsmechanismen in bestimmten Modellen der Moxa-Ethernet-Switches. Angreifer, die diese Lücke ausnutzen, könnten:
- Authentifizierungskontrollen umgehen, um auf administrative Schnittstellen zuzugreifen
- Beliebige Befehle mit erhöhten Privilegien ausführen
- Netzwerkoperationen in industriellen Umgebungen stören
- Seitwärtsbewegungen (Lateral Movement) in OT/ICS-Netzwerken durchführen
Die betroffenen Geräte werden häufig in Fertigungsanlagen, Energieversorgung, Verkehrssystemen und Wasseraufbereitungsanlagen eingesetzt, wo Netzwerksegmentierung und Zugriffskontrollen für die operative Sicherheit entscheidend sind.
Auswirkungsanalyse
Die erfolgreiche Ausnutzung dieser Schwachstelle könnte zu folgenden Konsequenzen führen:
- Unautorisierte Konfigurationsänderungen in industriellen Switches
- Abhören oder Manipulation von Netzwerkverkehr
- Denial-of-Service-(DoS)-Bedingungen in kritischen operativen Netzwerken
- Mögliche Sicherheitsrisiken in Umgebungen, in denen vernetzte Geräte physische Prozesse steuern
Die INCIBE-Warnung betont, dass keine Benutzerinteraktion für die Ausnutzung erforderlich ist, was die Wahrscheinlichkeit automatisierter Angriffe oder massenhafter Scans durch Bedrohungsakteure erhöht.
Empfohlene Maßnahmen für Sicherheitsteams
INCIBE und Moxa fordern Organisationen auf, unverzüglich Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen:
- Betroffene Moxa-Switches in Ihrer Umgebung identifizieren mithilfe von Asset-Inventarisierungstools
- Hersteller-Patches anwenden, sobald diese verfügbar sind (überwachen Sie Moxas Sicherheitshinweise für Updates)
- Netzwerksegmentierung implementieren, um gefährdete Geräte von kritischen Systemen zu isolieren
- Strenge Zugriffskontrollen durchsetzen, einschließlich:
- Einschränkung administrativer Schnittstellen auf vertrauenswürdige IP-Bereiche
- Deaktivierung unnötiger Fernverwaltungsprotokolle
- Aktivierung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), sofern unterstützt
- Netzwerkverkehr auf anomale Aktivitäten überwachen, die auf Ethernet-Switches abzielen
- Protokolle überprüfen auf Anzeichen unbefugter Zugriffsversuche
Organisationen, die in industriellen Umgebungen auf Moxa-Ethernet-Switches angewiesen sind, sollten dieser Schwachstelle aufgrund ihrer hohen Schwere und einfachen Ausnutzbarkeit Priorität einräumen. Weitere technische Details, einschließlich betroffener Firmware-Versionen und CVE-Zuordnungen, werden voraussichtlich in den kommenden Tagen von Moxa veröffentlicht.
Für Echtzeit-Updates sollten Sicherheitsteams die offizielle INCIBE-Warnmeldung verfolgen.