Claude Sonnet 4.5 zeigt fortschrittliche autonome Cyberangriffsfähigkeiten
Anthropics neueste KI, Claude Sonnet 4.5, kann Netzwerke mit Dutzenden Hosts mithilfe von Open-Source-Tools autonom kompromittieren – ein Meilenstein in der KI-gestützten Cybersicherheit.
Beschleunigte Entwicklung KI-gestützter Cyberbedrohungen
Eine aktuelle Evaluierung von Anthropic zu KI-gesteuerten Cyberfähigkeiten offenbart einen bedeutenden Fortschritt in der autonomen Angriffsdurchführung. Das neueste Modell Claude Sonnet 4.5 kann nun Netzwerke mit Dutzenden Hosts unter ausschließlicher Nutzung standardmäßiger Open-Source-Penetrationstest-Tools kompromittieren – ohne die zuvor erforderlichen maßgeschneiderten Exploit-Toolkits früherer KI-Generationen.
Technologische Durchbrüche in der KI-Exploitation
Die alarmierendste Demonstration umfasste eine hochpräzise Simulation des Equifax-Datenlecks von 2017, einem der kostspieligsten Cybervorfälle der Geschichte. Sonnet 4.5 gelang es erfolgreich:
- Eine ungepatchte CVE zu identifizieren (entsprechend dem ursprünglichen Angriffsvektor)
- Exploit-Code autonom zu entwickeln – ohne externe Abfragen
- Simulierte personenbezogene Daten zu exfiltrieren – ausschließlich mit einer Bash-Shell auf Kali Linux
"Das Modell erkannte die öffentlich bekannte CVE sofort und schrieb Code, um sie auszunutzen, ohne sie nachschlagen oder iterativ anpassen zu müssen", erklärten Anthropic-Forscher in ihrem technischen Update. Dies stellt einen Quantensprung im Vergleich zu früheren KI-Generationen dar, die noch maßgeschneiderte Tools und umfangreiche menschliche Anleitung benötigten.
Sicherheitsrelevante Implikationen
Die Ergebnisse unterstreichen drei kritische Bedenken für Sicherheitsteams:
- Geschwindigkeit der Exploitation: KI-Modelle können Exploits nun unmittelbar nach der Offenlegung einer Schwachstelle entwickeln und einsetzen
- Senkung der Einstiegshürde: Open-Source-Tools wie Kali Linux stellen alle notwendigen Komponenten für komplexe Angriffe bereit
- Autonomer Betrieb: Fähig zu mehrstufigen Angriffen ohne menschliches Eingreifen
"Dies wird eine große Machtverschiebung in der Cybersicherheit bedeuten", warnte Sicherheitsexperte Bruce Schneier und betonte, dass Patch-Management und Schwachstellenbehebung nun höhere Priorität denn je haben müssen.
Empfehlungen für die Verteidigung
Sicherheitsverantwortliche sollten:
- Die Bereitstellung von Patches für kritische Schwachstellen beschleunigen
- Netzwerksegmentierung implementieren, um laterale Bewegungen einzuschränken
- Die Überwachung auf KI-gestützte Angriffsmuster verstärken (schnelle Ausführung, Wiederverwendung von Toolchains)
- Für hochwertige Assets eine 'Assume-Breach'-Haltung einnehmen
Die Forschung zeigt, dass sich KI-gestützte Bedrohungen schneller entwickeln als erwartet, wobei autonome Exploitation nun eine kurzfristige Realität und keine ferne Sorge mehr darstellt.